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Burgerarchiv

 

Die Burgerbibliothek ist auch das Archiv der Burgergemeinde Bern. In dieser Funktion verwahrt sie sowohl die Verwaltungsarchive der burgerlichen Einrichtungen als auch die Archive der Zünfte und burgerlichen Gesellschaften. Die Verwaltungs- und Zunftarchive unterliegen der kantonalen Gesetzgebung betreffend die Gemeindearchive und den Datenschutz.

 

Entsprechend bestehen Einschränkungen in der Benutzung.

 

Archive der Burgergemeinde
Archive der Zünfte und burgerlichen Gesellschaften

 

Archive der Burgergemeinde

Die Akten der burgerlichen Verwaltung bis 1798 befinden sich bis auf wenige Ausnahmen im Staatsarchiv Bern. Obwohl burgerlich, werden die zentralen Akten der Stadtverwaltung vor 1852 hauptsächlich im Stadtarchiv aufbewahrt. Die Dokumente einzelner Kommission liegen jedoch in der Burgerbibliothek. Diese bewahrt im Sinne eines Endarchivs nur die Archive der heute bestehenden Einrichtungen und der Zentralverwaltung auf.

 

Archiv Burgerkanzlei
Archiv Domänenverwaltung
Archiv Forstbetrieb
Archiv Kultur-Casino
Archiv Burgerbibliothek
Archiv Naturhistorisches Museum
Archiv Burgerliches Jugendwohnheim
Archiv Burgerspital
Archiv Burgerheim
Archiv DC-Bank (wird von DC Bank selbst geführt)

Archiv Burgerkanzlei

Rund 120 Laufmeter Handschriften, 17.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

In der Burgerkanzlei entstehen die zentralen Akten der Burgergemeinde: Akten und Protokolle des Grossen und Kleinen Burgerrates, Zivilstandsakten, Stimmregister, Akten zu Abstimmungen und Wahlen. Zudem werden in ihrem Archiv die Akten und Protokolle der Kommissionen aufbewahrt. Bereits früher gelangten Dokumente der ehemaligen Burgerkammer, einer Vorläuferbehörde der Burgerkanzlei, in die Burgerbibliothek.

Archiv Domänenverwaltung

Rund 20 Laufmeter Handschriften, Karten und Pläne, 19.-20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Im Archiv der Domänenverwaltung befinden sich jene Dokumente, die sich auf die Verwaltung des burgerlichen Nutzungsgutes beziehen. Dies sind jene Immobilien, die der Burgergemeinde 1852 zugeteilt wurden, sowie die seither erfolgten Zukäufe von Grundstücken.

 

Archiv Forstbetrieb

Rund 12 Laufmeter Handschriften und eine grosse Anzahl von Karten und Plänen, 18.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Der Forstbetrieb betreut die burgerlichen Waldungen. Neben den waldwirtschaftlichen Dokumenten stellen die Marchverbale, Grundstücks- und Dienstbarkeitsverträge den zentralen Bestandteil des Archivs dar.

Archiv Kultur-Casino

Rund 6.5 Laufmeter Dokumente, 20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Im Bestand des Kultur-Casinos befinden sich mit Ausnahme einiger Jahresrechnungen praktisch keine Akten der Verwaltung. Er besteht zur Hauptsache aus Bauakten; daneben werden Dokumente wie Agenden und einzelne Dokumentationen zu Anlässen, die sich auf die Benutzung der Säle beziehen, aufbewahrt. Einen grossen Teil des Archivs machen Baupläne aus.

Archiv Burgerbibliothek

Rund 12 Laufmeter Handschriften, 20. Jahrhundert; altes Archiv der ehemaligen Stadt- und Universitätsbibliothek, 16.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Das Verwaltungsarchiv der Burgerbibliothek enthält nur die Akten, die bei der Arbeit der Bibliothek seit 1951 anfallen, aber keine weiteren Archiv- oder Bibliotheksbestände. Am umfangreichsten sind die Korrespondenz und die Akten, die sich auf Publikationen in der Schriftenreihe beziehen. Im alten Archiv der ehemaligen Stadt- und Universitätsbibliothek befinden sich unter anderem die Protokolle der Bibliothekskommission seit 1579 und die Bibliotheksrechnungen seit 1802.

Archiv Naturhistorisches Museum

Rund 6 Laufmeter Akten, 19.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Wichtige Teile des Verwaltungsarchivs befinden sich nach wie vor im Naturhistorischen Museum. Auch das wissenschaftliche Archiv wird noch dort betreut. Entsprechend besteht der Bestand in der Burgerbibliothek vorwiegend aus drei Arten von Dokumenten: Akten und Korrespondenz, Gelehrtennachlässe sowie Bauakten und -pläne.

Archiv Burgerliches Jugendwohnheim (früher: Waisenhaus)

Rund 28 Laufmeter Handschriften, 18.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Das Archiv des Jugendwohnheims enthält keine Unterlagen zum Zucht- und Waisenhaus des 17. Jahrhunderts (1657–1684). Die Tätigkeit der Behörden des 1757 neu gegründeten Waisenhauses ist mit Korrespondenz, Protokollen, Rechnungen und Akten zu den Gebäuden, Betrieb und Insassen dokumentiert.

Archiv Burgerspital

Rund 70 Laufmeter Urkunden, Karten und Pläne, 13.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Der Bestand enthält die Akten aller karitativen Institutionen, aus denen 1715 das Burgerspital entstand. Es sind dies das untere und obere Spital sowie die Elenden-Herberge; als Filialbetrieb gehörte auch das Siechenhaus in Belp dazu. Da das Burgerspital für seine Versorgung über ausgedehnten Grundbesitz verfügte, finden sich im Archiv viele entsprechende Dokumente: Urbare, Marchbeschreibungen, Zinsrödel, Karten, Zehnt- und Dominialpläne. Über die Insassen existiert kein Material.

Archiv Burgerheim

Rund 4 Laufmeter Akten, 20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Das noch sehr kleine Archiv des 1967 eröffneten Burgerheims besteht vor allem aus Akten und Protokollen der Direktion, Bauakten und Rechnungen. Dokumente zu den Insassen werden nicht aufbewahrt.

 

Archive der Zünfte und burgerlichen Gesellschaften

Die Zünfte waren bis 1798 die kleinsten Verwaltungseinheiten des bernischen Staates. Sie erfüllten eine Reihe administrativer Aufgaben, von denen heute noch die Fürsorge für ihre Angehörigen geblieben ist. Die Archivbestände umfassen mehrheitlich Archivalien zur Fürsorge, Finanz- und Vermögensverwaltung und zu Zunfthäusern, Verzeichnisse der Zunftangehörigen und andere personenbezogene Unterlagen. In Fällen, die den Persönlichkeitsschutz tangieren, müssen die Vorgesetzten der Zünfte ihr Einverständnis zur Benutzung geben.

 

Archiv Distelzwang
Archiv Pfistern
Archiv Schmieden
Archiv Metzgern
Archiv Ober-Gerwern
Archiv Mittellöwen
Archiv Webern
Archiv Schuhmachern
Archiv Mohren
Archiv Kaufleuten
Archiv Zimmerleuten
Archiv Affen
Archiv Schiffleuten
Archiv Burgergesellschaft


Archiv Distelzwang

Rund 17 Laufmeter Handschriften, 15.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Aus der Zeit vor 1758 gibt es keine Protokolle der Vorgesetzten; ab diesem Jahr sind die Protokolle der Waisenkommission vorhanden. Ab 1670 existieren Protokolle des Grossen Bottes. Distelzwang verfügt über viele genealogisch interessante Archivalien wie die Stubenrödel, die bereits 1454 einsetzen. Ausserdem findet sich eine grosse Anzahl genealogischer Notizen, Akten zu Familien, Familienkisten und Einzelpersonen.

Archiv Pfistern

Rund 41 Laufmeter Handschriften, 15.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Die ältesten Dokumente des Pfistern-Archivs sind ein Protokoll der Gesellschaft von 1455–1484 und ein Stubenrodel von 1492–1508. Auch die Rechnungen setzen schon recht früh ein: Stubenmeister 1547, Seckelmeister 1565, Almosner 1595. Der Bestand enthält einige Besonderheiten, die sich nicht in jeder Gesellschaft finden. Pfistern war eine Vennerzunft, daher sind auch noch Akten und Bücher, die mit der Verwaltung des Landgerichts Seftigen zusammenhängen, erhalten. Dazu gehören etwa Eidbücher für verschiedene Beamte, Marchbeschreibungen, Anleitungen über die Verwal­tung von Dörfern sowie Akten betreffend Streitfälle und Dokumente zu den obrigkeitlichen Waldungen.

Archiv Schmieden

Rund 30 Laufmeter Handschriften, 14.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Die beiden ältesten Dokumente im Schmieden-Archiv stammen von 1345. Seit 1536 gibt es Almosner-Rechnungen. Eine breite Überlieferung setzt allerdings erst 1667, mit dem ersten Manual der Gesellschaft, ein. Schmieden war eine Vennerzunft; man findet deshalb noch einige wenige Aktenstücke, die mit diesem Umstand zusammenhängen. Schmieden besitzt eine lange Serie von Stubenzinsbüchern (1726–1850), die die ebenfalls zahlreichen Verzeichnisse von Stubenge­nossen ergänzen.

Archiv Metzgern

Rund 30 Laufmeter Handschriften, 15.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Ältestes Dokument des Metzgern-Archivs ist das aus dem Jahr 1401 stammende Testament von Hensli Thuner. Die früheste noch im Original erhaltene Metzgerordnung datiert von 1538. Die Manuale der Gesellschaft sind seit 1665 vorhanden. Mit der Stubenmeister- und der Stubengut-Rechnung begannen zwei Rechnungsserien schon im 16. Jahrhundert. Metzgern war eine Vennerzunft; man findet deshalb noch einige wenige Aktenstücke, beispielsweise Ven­ner-Reglemente, Venner-Rechnungen (1690–1799) oder die Dorfordnung von Oberwichtrach.

Archiv Ober-Gerwern

Rund 40 Laufmeter Handschriften, 14.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Die Gesellschaft zu Ober-Gerwern stellt zusammen mit der Zunft zu Mittellöwen alternierend einen Venner. Das Archiv bietet eine ganze Anzahl von Besonderheiten. Dazu gehören die vielen Urkunden, die sich mit den Verhältnissen am Gerberngraben und dem Zunfthaus befassen. 1796–1797 führte Ober-Gerwern den spektakulären Geltstag von Johann Ludwig Stürler durch. Die Geltstagsrödel enthalten Verzeichnisse der versteigerten Atlanten, Karten und Bilder und der gesamten, über 11000 Bücher umfassenden Bibliothek.

Archiv Mittellöwen

Rund 23 Laufmeter Handschriften, 16.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Obwohl die Zunft zu Mittellöwen alternierend mit der Gesellschaft zu Ober-Gerwern einen Venner stellt, hat sich praktisch kein darauf bezügli­ches Archivgut erhalten. Die Protokolle und Akten beziehen sich fast ausschliesslich auf zunftin­terne Vorgänge, und hier vor allem auf das Armen- und Vormundschaftswesen. Mittellöwen verfügt über eine grosse Anzahl von Geltstagsrödeln. Besonders reichhaltig ist auch die Dokumentation über das Wirtshaus Goldener Falken, den Mittellöwen 1722 kaufte. Die auf den Falken bezogenen Dokumente sind al­lerdings viel älter: Sie beginnen bereits mit dem Vertrag von 1546, in dem die Stadt den Falken Ulrich Koch (?–1577) verkauft.

Archiv Webern

Rund 22 Laufmeter Handschriften, 15.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Die Dokumente von Webern reichen teilweise sehr weit zurück; so stammt die älteste Ordnung von 1420, und ein erstes Verzeichnis der Stubengenossen setzt 1539 ein. Dagegen sind die Proto­kolle erst ab 1659 vorhanden. Speziell interessant sind im Webern-Archiv zwei Bereiche. Zum einen ist das eigentliche Handwerk mit den Meister-Rodeln und den Handwerker-Büchern sowie den Akten der Hutmacher relativ gut dokumentiert. Zum andern hat es zwar nicht besonders viele, aber teilweise mit allen Beilagen versehene Geltstage. Sie erlauben einen vertief­ten Blick auf die Wirtschaftsgeschichte des 18. Jahrhunderts.

Archiv Schuhmachern

Rund 16 Laufmeter Handschriften, 16.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Die Protokolle der Gesellschaft setzen 1626 unter dem Titel Stuben-Rodel ein; 1570 beginnen die Stubenmeister-Rechnungen. Leider gibt es bei Schuhmachern nur gerade Akten bis ins 19. Jahr­hundert. Akten, die zwischen 1890 und 1980 entstanden sind, wurden vernichtet. Hingegen verfügt Schuhmachern über eine grosse und ab 1747 vermutlich vollständige Sammlung von Geltstagsrödeln. Akten zum Handwerk haben sich nicht erhalten.

Archiv Mohren

Rund 23 Laufmeter Handschriften, 15.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Der Bestand enthält die üblichen Archivalien, wie etwa die Protokolle der Gesellschaft (ab 1577), die dazugehörigen Akten (ab 1799) und die verschiedenen Rechnungen. Die ersten Aufzeich­nungen über die Gesellschaftsangehörigen stammen aus dem Jahr 1491. Die älteste Satzung geht eben­falls auf das 15. Jahrhundert zurück: Es ist die Satzung der Schneider und Tuchscherer von 1460. Spezielle Aufmerksamkeit verdienen die Geschichte der Gesell­schaft aus dem Jahr 1762 von Albrecht Herport (1731–1798) und die Kontrolle der durchgereisten und besteuerten Schneidergesellen (1825–1894).

Archiv Kaufleuten

Rund 31 Laufmeter Handschriften, 16.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Die Protokolle der Gesellschaft sind ab 1550 erhalten; die Akten setzen sehr früh ein: 1594–1634 mit dem ersten Zedel-Manual. Leider bleibt eine nicht dokumentierte Lücke bis 1716, von da ab sind sie durchgehend vorhanden. Die Liste der Stubengenossen kann ab dem Jahr 1512 rekonstruiert wer­den. Spezialitäten: Eine grosse Anzahl von Stipendienberichten der von der Gesellschaft Unterstützten oder die Akten der Gesellschaft als Trägerin der Markt- und Handelspolizei.

Archiv Zimmerleuten

Rund 18 Laufmeter Handschriften, 18.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Nur gerade das Gesellschaftsmanual beginnt 1694, sonst finden sich aus der Zeit vor 1700 keine Dokumente. Interessant sind wegen der generellen Seltenheit von Handwerksakten die Dokumente zum Tischmacher- und zum Küferhandwerk aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Archiv Affen

Rund 12 Laufmeter Handschriften, 14.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Die breite Überlieferung setzt bei Affen im 17. Jahrhundert ein. Daneben gibt es aber recht viele ältere Quellen aus dem 14. und 15. Jahrhundert, die sich auf die Pfrund von Affen in der Leutkirche beziehen oder von Privatpersonen stammen. Dokumente zum Handwerk sind nur spärlich vorhanden.

Archiv Schiffleuten

Rund 8 Laufmeter Handschriften, 14.–20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Die Protokolle und die Gesellschaftsrechnungen haben sich seit 1720 erhalten, politische und Verwaltungsaufgaben sind kaum dokumentiert. Auch die Angehörigen der Gesellschaft lassen sich erst seit dem Burgerrodel von 1835 wirklich gut nachweisen.

Archiv Burgergesellschaft

Rund 2 Laufmeter Handschriften und Fotografien, 20. Jahrhundert
Findmittel: Inventar im Lesesaal

Die 1910 gegründete Burgergesellschaft ist ein privatrechtlicher Verein, der Burger ohne Zunftzugehörigkeit auf freiwilliger Basis zusammenschliesst. Sie vertritt deren Interessen gegenüber den burgerlichen Behörden und versucht gleichzeitig, bei den Mitgliedern das Interesse an der Burgergemeinde zu wecken. Der zentrale Teil des Archivs besteht aus den Protokollen, die vollständig vorliegen. Daneben sind vor allem die gesellschaftlichen Anlässe und Bauarbeiten gut dokumentiert.




 

 

 

pdf icon Die Burgergemeinde Bern, Gegenwart und Geschichte [60MB]

 

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