Catalogue
 

Boîte à trésors et cartes postales électroniques
(en allemand)

 

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Rudolf Münger als Dudelsackpfeifer im Kornhauskeller

Aquarell, Nachlass Rudolf Münger, Mappe XX, 1898

Rudolf Münger (1862-1929) hat am 1. Mai 1897 den Auftrag für die dekorative Ausstattung des um ein Galeriegeschoss erweiterten Kornhauskellers erhalten. Der Berner Künstler machte sich mit einem Team von fünf Gehilfen daran, seine Entwürfe auf die Flächen der zur Verfügung stehenden Wände, Pfeiler, Gurtbogen und des Gewölbes zu malen. Als Sujets dienten ihm in erster Linie einheimische Blumen und Tiere, Trachtenmädchen, Musikantenfiguren und die Anfänge von Volksliedstrophen. Unter den Musikantenfiguren, die verschiedene Berner Künstler wie beispielsweise Ferdinand Hodler oder Philipp Ritter darstellen, hat sich Münger auch selbst verewigt, und zwar als Musikant mit einer Sackpfeife. Weitere spannende Informationen zu Rudolf Münger und der Bemalung des Kornhauskellers lassen sich in der neuen Publikation der Reihe «Passepartout» finden.

 

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Eine afrikanische Weihnacht der etwas anderen Art

Fotografie aus dem Verwaltungsarchiv des Naturhistorischen Museums der Burgergemeinde Bern (VA NHB 81 (342)), ca. 25. Dezember 1927

Der Basler Kavallerieoffizier, Concoursreiter, Pferdezüchter, Fremdenlegionär und Grosswildjäger Eric Miville (1900-1967), der hier im Hintergrund posiert, war zum Jahreswechsel 1927/28 auf Safari im Grenzgebiet von Belgisch-Kongo und Uganda, wo er u.a. den bis heute im Naturhistorischen Museum Bern ausgestellten Berggorilla erlegte. Auf die Feiertage hin hatte Miville offenbar das Bedürfnis nach einem Weihnachtsbaum und entschied sich, da ein herkömmliches Exemplar wohl schwer zu bekommen war, für eine Schädelpyramide – komplett mit Stern, Engelshaar und Kerzen – als valablen Ersatz.

 

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Die Aratea des Claudius Caesar Germanicus
(Anfang 11. Jahrhundert)

Planisphärium eines antiken Sternbildzyklus
(Cod. 88, fol. 11v)

Die von Germanicus ins Lateinische übertragenen Phainomena des griechischen Dichters Aratos zählen zu den beliebtesten Bilderzyklen mittelalterlicher Klosterschulen. Ein auf den Nordpol zentriertes Planisphärium zeigt die in unseren Breiten sichtbaren Sternbilder. Speziell hervorgehoben ist der rote Zodiakalring mit den Tierkreiszeichen. Der infolge der Präzession wandernde Frühlings-Äquinoktialpunkt (Tag- und Nachtgleiche) befindet sich in der vorliegenden Darstellung noch im Sternbild Widder (heute im Sternbild Fische), was die Verwendung einer antiken Vorlage belegt.

 

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Wie die Kristalle vom Planggenstock wirklich entstanden sind…

Ansichtskarte aus dem Bestand des Postkartenverlags „Franco-Suisse“, Bern
(FI Franco-Suisse 349)

Diese Ansichtskarte wurde vermutlich für eines der Museen in Bern angefertigt, sei es für das Naturhistorische, sei es für das Alpine. Die Burgerbibliothek hatte die Gelegenheit, das gesamte Archiv des Berner Postkartenverlags „Franco-Suisse“ zu erwerben. Es umfasst den Zeitraum von 1900 bis 1978. Man erhält einen guten Eindruck davon, welche Sujets für Postkarten überhaupt in Frage kamen. Da jedoch nur produziert wurde, was sich auch verkaufen liess, fehlen Aufnahmen von Privathäusern und Ansichten der Aussenquartiere Berns fast völlig. Dafür enthält der Bestand viele Ansichten von Dörfern in der ganzen Schweiz, von denen sonst nur wenige Abbildungen existieren.

 

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Die Berner Stadtbrunnen-Chronik von Karl Howald (1796–1869)

Eine Fundgrube zur bernischen Kultur- und Mentalitätsgeschichte des 19. Jahrhunderts (Mss.h.h.XXIb.364, S. 82)

Die sechsbändige Chronik, die der Sigriswiler Pfarrer Karl Howald in den Jahren 1842 bis 1862 verfasst hat, berichtet vor der Kulisse der Brunnen Berns in Text und Bild über die Freuden und Sorgen der Stadtbewohner. Während der Markttage zu Ostern und Martini wurden etwa allerlei exotische Tiere vorgeführt. Der dereinstige Konrektor des Progymnasiums, Johann Samuel Rüetschi (1787–1861), erlebte dabei bei seinem Ritt auf einem Kamel eine unerfreuliche Szene mit einem lausenden Affen.

Dazu erschien eine Publikation in der Reihe «Passepartout».

 

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Das Vogelbuch der Familie Graviseth

Ein ornithologisches Bilderbuch aus dem 17. Jahrhundert (Mss.h.h.XV.49, fol. 139)

Der Schlossherr zu Liebegg im bernischen Aargau, Jakob Graviseth (1598–1658), liess eine Sammlung von rund 200 kommentierten Bildern mit heimischen Vogelarten anlegen. Die letzte Hauptgruppe des Vogelbuches besteht aus Darstellungen von toten, an einer Schnur aufgehängten Vögeln, welche sich an den Markt- und Vorratskammerbildern der damaligen Stillebenmalerei orientierten. Der hier abgebildete Bienenfresser (Merops apiaster) wurde im Herbst 1644 in Kaiserstuhl geschossen.

Dazu erschien eine Publikation in der Reihe «Passepartout».

 

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Äusserer Stand in Bern, Anonym (1685)

Wohl Frontispiz, mit Symbolik zur Berner «Schattenregierung» (Gr. A. 783)

Diese Darstellung des Äusseren Standes entstand im Jahr 1685. Das Aquarell stammt möglicherweise aus dem Umfeld der Malschule von Joseph Werner dem Jüngeren. Der kraftstrotzende Bär im Zentrum der Darstellung versinnbildlicht die «stolzen Jungen», die Burgersöhne, welche sich im Äusseren Stand zusammenfanden. Um die Symbole des Äusseren Standes herum zeigt ein Wappenkranz die fiktiven Landvogteien, welchen die zukünftigen Grossräte als Landvögte vorstanden. Die Familienwappen oben und unten stehen für die Träger der wichtigsten Ämter wie Schultheiss, Venner oder Stadtschreiber.

 

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Tagebuch Karl Ludwig Stettlers (1773−1858)

In vier Bänden, geschrieben 1795 bis 1803 (Mss.h.h.XLIII. 13.2)

Das getreulich geführte, illustrierte Tagebuch aus der Zeit des Übergangs schildert den Garnisonsdienst des Offiziers in Freiburg im Breisgau und die Ereignisse beim Einfall der Franzosen 1798 sowie persönliche Schicksalsschläge. Das Bild symbolisiert die unerschöpflichen Quellen poetischer Begebenheiten. Sie ergiessen sich in das bewegte Meer des Lebens, das den  Altar der Liebe mit einem lodernden Strohfeuer und den Felsen mit der ruhig brennenden Flamme der Freundschaft umspült.

 

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Regimentsbuch des Stadtschreibers Jakob Bucher (1575−1617)

Eine handgeschriebene Chronik mit einer Wappentafel als Titelbild (Mss.h.h.XII.10)

Die von Löwen flankierte Wappenpyramide Bern-Reich, überhöht von einem Medaillon mit dem Zähringer-Wappen, und die umlaufenden Hoheitszeichen sämtlicher Herrschaften des Berner Staatsgebiets versinnbildlichen dessen historischen Ursprung, seinen geografischen Umfang und den Status der freien Reichsstadt.

 

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Physiologus latinus, 9. Jahrhundert

Schule von Reims, eine der bedeutendsten karolingischen Bilderhandschriften
(Cod. 318, fol. 7r)

Der Physiologus ist eine frühchristliche Sammlung naturkundlich-allegorischer Beschreibungen, aus der die mittelalterlichen Bestiarien entstanden sind. Die Darstellung - von der Natur des Löwen - symbolisiert die göttliche Natur von Christus, der, von Gott auf die Erde geschickt, seine Göttlichkeit verborgen hat. Ebenso verwischt der Löwe mit dem Schwanz seine Spur, um die Jäger nicht auf sich zu lenken.

 

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