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E-Postkarten

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Zytglogge

Ansichtskarte vom Beginn des 20. Jhs.
Signatur: AK. 1022

Die in den Jahren 1905—1910 entstandene Ansichtskarte zeigt den obersten Teil der Kramgasse vom Zähringerbrunnen in Richtung Zytgloggeturm. Da es noch keine Farbfotografie gab, druckte man ab dem Schwarzweiss-Negativ eine Lithografie in verschiedenen Farben. Dabei wurde nicht nach der Natur, sondern nach Plausibilität koloriert. Ob beispielsweise die Frau am rechten Rand wirklich weiss und grün gekleidet war, ist ungewiss. Zudem wurden die Aufnahmen retouchiert, um sie «schön» genug zu machen: Das Wappen zuoberst auf dem Brunnen zeigt im Original einen Löwen und nicht einen Bären. Die Fässer vor dem Brunnen weisen auf deren immer noch unverzichtbare Rolle bei der Wasserversorgung der Bevölkerung hin. Die etwas ruhigere Gangart anfangs des 20. Jahrhunderts zeigt sich daran, dass es offenbar keine Rolle spielte, auf welcher Strassenseite man fuhr…

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Katzenständchen

Bilderbuch von Ernst Kreidolf, 1928
Signatur: N Ernst Kreidolf 60 (1)

Im Jahr 1928 ist im Rotapfelverlag unter dem Titel Das Hundefest ein Bilderbuch mit Texten und Bildern aus der Werkstatt des Malers und Malerpoeten Ernst Kreidolf (9. Februar 1863—12. August 1956) erschienen. Die Hunde laden zum grossen Fest. Aus Stadt und Land strömen sie zusammen, alle Rassen sind vertreten, keiner soll zu Hause bleiben. Sie veranstalten Wettspringen, tollen im Schnee, fahren mit dem Karussell und schmausen und schnabulieren, was das Zeug hält. Das tolle Fest, dessen Höhepunkt ein Hundeball darstellt, dauert die ganze Nacht hindurch. Selbst die Katzen lassen es sich nicht nehmen, sie spielen den Hunden mit einem Ständchen zum Tanze auf.

Mit seinen ab 1897 in dichter Folge erscheinenden Bilderbüchern, die in einzigartiger Weise Pflanzen und Tiere in anthropomorpher Gestalt auftreten lassen, erlangte Ernst Kreidolf im gesamten deutschsprachigen Raum Berühmtheit. Das neuartige Verständnis der kindlichen Seele, welches sich im Werk Kreidolfs manifestiert, hat die Welt der Bilder- und Kinderbücher nachhaltig beeinflusst.

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Falkenhorst

Illustration aus dem sogenannten Schweizerischen Robinson, um 1800
Signatur: FA Wyss 125.4, nach S. 348

Der Berner Münster—Pfarrer Johann David Wyss (1743–1818) schrieb in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts ein Erziehungsbuch für seine vier Söhne, das der Unterhaltung und Belehrung im engsten Familienkreise dienen sollte. In dieser Robinsonade in der Tradition von Daniel Defoes «Robinson Crusoe» (1719) oder Joachim Heinrich Campes «Robinson der Jüngere» (1779) waren Johann David Wyss und seine Familie Vorbild für die Hauptakteure der fiktiven Handlung. Sie beschreibt das Leben auf einer einsamen Insel vermutlich vor der Südwestküste Neuguineas nach einem Schiffbruch über einen Zeitraum von zehn Jahren. Die Manuskript-Bände wurden zum grössten Teil vom zweitjüngsten Sohn des Autors, (Johann) Emanuel Wyss (1782—1837), illustriert. Zu sehen ist das Baumhaus, das der Familie als Unterkunft diente und Schutz vor wilden Tieren und der brennenden Sonne bot.

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Elefant

Fantasievolle Schiess- und Feuerwerkskunst, 17. Jh.
Signatur: Cod. 7, f. 218r

Das Barockzeitalter war die Blütezeit der Feuerwerke. Neue Techniken ermöglichten unendliche Variationen von Effekten, die in theaterartigen Inszenierungen auf dem Wasser, auf Bühnen, in Gärten oder auf nachgebauten Schlössern bei höfischen Festen eingesetzt wurden. Anlässe für Feuerwerke waren Hochzeiten, Friedensschlüsse und Krönungen der Landesobrigkeit, die damit auch ihre absolutistische Macht und ihren Reichtum zur Schau stellten. Anleitungen für die Einrichtung und Anregungen für Themen und Motive für Feuerwerke fanden sich in sogenannten Feuerwerksbüchern.

Ein beliebtes Feuerwerksmodell war der turmbewehrte Elefant. Er verkörpert das Türkische Reich, dessen Fremdartigkeit durch Elefant, Affe und schwarzen Elefantenführer betont wird. Der Elefant befindet sich im Angriff auf eine – hier nicht sichtbare – Modellburg mit Reichssymbolen. Er unterliegt im Kampf und geht in Flammen auf. Die Inszenierung erinnert an die erfolglose Belagerung Wiens durch die Türken im Jahre 1529.

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Aratea

Planisphärium eines antiken Sternbildzyklus, 11. Jh.
Signatur: Cod. 88, f. 11v

Die von Germanicus ins Lateinische übertragenen Phainomena des griechischen Dichters Aratos zählen zu den beliebtesten Bilderzyklen mittelalterlicher Klosterschulen. Ein auf den Nordpol zentriertes Planisphärium zeigt die in unseren Breiten sichtbaren Sternbilder. Speziell hervorgehoben ist der rote Zodiakalring mit den Tierkreiszeichen. Der infolge der Präzession wandernde Frühlings-Äquinoktialpunkt (Tag- und Nachtgleiche) befindet sich in der vorliegenden Darstellung noch im Sternbild Widder (heute im Sternbild Fische), was die Verwendung einer antiken Vorlage belegt.

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Äusserer Stand in Bern

Frontispiz, mit Symbolik zur Berner «Schattenregierung», Anonym (1685)
Signatur: Gr.A.783

Diese Darstellung des Äusseren Standes entstand im Jahr 1685. Das Aquarell stammt möglicherweise aus dem Umfeld der Malschule von Joseph Werner dem Jüngeren. Der kraftstrotzende Bär im Zentrum der Darstellung versinnbildlicht die «stolzen Jungen», die Burgersöhne, welche sich im Äusseren Stand zusammenfanden. Um die Symbole des Äusseren Standes herum zeigt ein Wappenkranz die fiktiven Landvogteien, welchen die zukünftigen Grossräte als Landvögte vorstanden. Die Familienwappen oben und unten stehen für die Träger der wichtigsten Ämter wie Schultheiss, Venner oder Stadtschreiber.

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